Berufsanfänger – Finanzen als wichtiges Thema beim Berufsstart

Jedes Jahr gibt es in Deutschland einige Hunderttausend Berufsanfänger, die zum Beispiel nach dem Ende einer Ausbildung oder nach einem absolvierten Studium mit einer beruflichen Tätigkeit beginnen. Häufig existieren bis zu diesem Zeitpunkt noch keine größeren Erfahrungen in der Rubrik Finanzen, Vorsorge und Versicherungen. Dabei kommen auf Berufsstarter einige neue Herausforderung zu, denn zuvor haben sich zum Teil häufig noch die Eltern um alle finanziellen Angelegenheiten gekümmert. Aus diesem Grund informieren wir Sie in unserem Beitrag, was Sie als Berufsanfänger in der Rubrik Finanzen beachten und wissen sollten.

Start in das Berufsleben: Was ändert sich?

Es gibt durchaus einige Änderungen, die den Finanz- und Versicherungsbereich betreffen, wenn Sie ins Berufsleben starten. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie spätestens vollumfänglich alleine für sich verantwortlich, was natürlich ebenfalls für die Themen Absicherung, Haushalt und Vorsorge gilt. Bei manchen Versicherungsarten ändert sich zum Beispiel, dass Sie ab dem Zeitpunkt der Berufstätigkeit nicht mehr über die Eltern versichert sind. Darüber hinaus erhalten Sie von den Eltern oftmals spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie einen Beruf beginnen und eine eigene Wohnung beziehen, keine finanzielle Unterstützung mehr.

Insgesamt sind es vor allem die folgenden Themen, die für Berufsstarter wichtig sind und mit denen Sie sich unbedingt beschäftigen sollten:

  • Haushaltsplan: Einnahmen und Ausnahmen gegenübergestellt
  • Vermögensaufbau zur privaten Altersvorsorge beginnen
  • Absicherung finanzieller Risiken

Mit diesen drei Themen möchten wir uns im Anschluss näher beschäftigen, damit Sie im Bereich Finanzen und Versicherungen möglichst optimal ins Berufsleben starten können.

Start ins Berufsleben: Haushaltsplan hilft die Übersicht zu behalten

Sowohl auf der Einnahmen- als auch auf der Ausgabenseite gibt es meistens mit dem Start ins Berufsleben für Berufsanfänger deutliche Änderungen. Haben Sie zum Beispiel zuvor als Student Geld durch einen Nebenjob eingenommen oder eine Ausbildungsvergütung erhalten, wird sich Ihr Einkommen mit dem Beginn der beruflichen Tätigkeit zum Teil deutlich steigern. Schnell passiert es allerdings, dass sich die Ausgaben praktisch anpassen und gegenüber früher ebenfalls deutlich höher ausfallen. Dies ist oftmals schon allein auf die Tatsache zurückzuführen, dass sich mit Beginn der beruflichen Tätigkeit folgende Dinge ändern:

  • Bezug erste eigene Wohnung
  • Anschaffung Wohnungseinrichtung
  • Kauf eigenes Auto

All diese Ausgaben führen zu einmaligen und häufig regelmäßigen Kosten, insbesondere in Form der Mietzahlung und des Unterhaltes für Ihr Auto. Darüber hinaus werden Sie aufgrund des gestiegenen Einkommens sicherlich einen etwas höheren Lebensstandard genießen und sich daher häufiger Dinge gönnen, die Sie sich zuvor nicht leisten konnten. Bei steigenden Ansprüchen sollten Sie allerdings unbedingt darauf achten, dass Sie nicht schnell in eine finanzielle Schieflage geraten. Die schaffen Sie am besten, indem Sie über drei bis sechs Monate hinweg einfach alle regelmäßigen Ausgaben einmal auflisten und Ihren Einnahmen, in der Regel das Gehalt, gegenüberstellen.

Ergibt sich aus der sogenannten Einnahmen- und Ausgabenrechnung ein frei verfügbares Einkommen, sind Ihre Einnahmen also höher als die Ausgaben, ist alles im Lot. Ist die Summe Ihrer Ausgaben allerdings bereits kurz nach dem Start ins Berufsleben höher als Ihr Gehalt, sollten definitiv die Alarmglocken läuten. Dann gilt es, schnell zu handeln und Ausgaben zu reduzieren. Wenn Sie Ihr frei verfügbares monatliches Einkommen kennen, können Sie zukünftig viel besser kalkulieren, welche Ausgaben und vielleicht auch Kredite Sie sich problemlos leisten können.

Frühzeitig mit dem Aufbau einer privaten Altersvorsorge beginnen

Nach wie vor besteht die Altersvorsorge in Deutschland aus drei Säulen, nämlich:

  • Gesetzliche Rente
  • Betriebsrente
  • Private Vorsorge

Nachdem Sie ins Berufsleben starten, werden Sie vermutlich in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sein. Statistisch betrachtet macht die gesetzliche Rente allerdings später im Rentenalter nur noch etwa 60 Prozent der Gesamteinkünfte aus. Daher ist es wichtig, dass Sie neben einer eventuell vorhandenen Betriebsrente frühzeitig an den Aufbau Ihrer privaten Altersvorsorge denken. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, zumindest grob Ihre Versorgungslücke zu kennen. Allerdings ist dies bei Berufsstartern nur eine ungenaue Schätzung, denn selbstverständlich sollte sich Ihr Einkommen im Laufe der nächsten Jahrzehnte noch deutlich steigern und somit auch die zu erwartende Rente.

Unabhängig von der Höhe der Versorgungslücke ist es auf jeden Fall sinnvoll, möglichst frühzeitig mit dem Sparen zu beginnen. Dabei sollten Sie vor allen Dingen an die Möglichkeit staatlicher Förderungen denken, allen voran die der Riester-Rente. Sind Sie noch keine 25 Jahre alt, können Sie neben der Grundzulage und einer eventuellen Kinderzulage, falls Sie bereits Nachwuchs haben, nämlich bis zum Alter von 25 Jahren nach Abschluss eines Riester-Vertrages einen einmaligen Berufseinsteiger-Bonus in Höhe von 200 Euro kassieren. Da es am Finanzmarkt verschiedene Produkte gibt, die bestens zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge eignen, sollten Sie sich zu mindestens grob mit den einzelnen Angeboten auseinandersetzen oder sich einem Bankberater anvertrauen. In der Regel haben Sie die Auswahl zwischen folgenden Sparverträgen:

  • Banksparplan
  • Aktiensparplan
  • Private Rentenversicherung
  • Bausparvertrag
  • ETF-Sparplan
  • Kapitallebensversicherung
  • Fondssparplan

Die richtige Absicherung für Berufsanfänger: Von der Privathaftpflicht bis zur Zahnzusatzversicherung

Bis zum Beginn der beruflichen Tätigkeit waren Sie vermutlich zumindest bei einigen Versicherungen noch über die Eltern mitversichert. Dies ändert sich spätestens als Berufsanfänger, denn dann gibt es im Prinzip keine Versicherungsart mehr, bei der Sie über die Eltern abgesichert wären. Aus dem Grund ist es empfehlenswert, dass Sie sich nicht nur mit den Versicherungen beschäftigen, sondern auch zumindest die uneingeschränkt empfehlenswerten und zum Teil notwendigen Versicherungen abschließen. Dazu zählen für Berufsanfänger insbesondere:

  • Privathaftpflichtversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Zahnzusatzversicherung
  • Hausratversicherung

In dieser Aufstellung haben Sie tatsächlich richtig gelesen, dass auch schon Berufsanfänger eine Zahnzusatzversicherung abschließen sollten. Die Bedeutung dieser Versicherung ist für gesetzlich Krankenversicherte in den letzten zehn Jahren deutlich größer geworden, denn die Zuschüsse zu Zahnersatz- und weiteren Leistungen im Bereich der Zahnbehandlung sind immer geringer geworden. Noch wichtiger ist die private Haftpflichtversicherung und auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie abschließen, denn die Berufsunfähigkeit kann zum kompletten Verlust Ihres Einkommens führen.

Die Hausratversicherung macht ebenfalls häufig Sinn, zumindest dann, wenn Sie nicht erst frisch in Ihre neue Wohnung eingezogen sind und daher noch kaum nennenswerten Hausstand haben. Trotzdem sollten Sie auch dann drauf achten, dass Sie spätestens, wenn der Hausrat einen gewissen Wert erreicht hat, eine solche Versicherung abschließen. Weitere Versicherungsarten, die für Berufsanfänger ebenfalls interessant sein können, sind zum Beispiel die private Unfallversicherung oder auch eine Rechtsschutzversicherung. Falls Sie bereits eine Familie haben, sollten Sie darüber hinaus zumindest über den Abschluss einer Risikolebensversicherung nachdenken.

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